HNO-Operationen

In Kooperation mit dem HELIOS Klinikum Aue werden Operationen im Rahmen stationärer Behandlungen durchgeführt. Wir begleiten sie auf diesem Weg teilweise persönlich von der Diagnosestellung bis zum Ende der Therapie.
Ihr ärztlicher Ansprechpartner in der HNO-Praxis Dr. Woltersdorf ist Herr Körner, der zu 50 % als Arzt in der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Plastische Operationen in Aue arbeitet.
Außerdem arbeiten wir mit den HNO-Kliniken Chemnitz, Stollberg, Plauen und mit ambulant operierenden HNO-Ärzten kollegial zusammen. Der Patient entscheidet, wo er operiert werden will.

Wir haben Spezialisten für:

  • Ohr-Operationen
  • Operationen an Hals und Kehlkopf
  • Schilddrüsen-Operationen
  • Operationen bei Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Mandelentfernung (Tonsillektomie)
  • Polypenentfernung (Adenotomie)
  • Operationen an der Nase und Nasennebenhöhlen

Kopf-Hals-OP

Halszysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume am Hals. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Lokalisationen: Zunächst die mediane, also mittlere Halszyste. Sie liegt in fast allen Fällen unter dem Kinn in der Mittellinie mit Kontakt zum Zungenbein. Die laterale, also äußere Halszyste liegt seitlich am Hals vor dem Kopfwendemuskel. Beide sind in der Regel prallelastisch und verursachen im entzündungsfreien Zustand keinen Schmerz. Bei beiden Formen handelt es sich um zurückgebliebene Gänge aus der Embryonalentwicklung, die sich im Laufe des Lebens erneut öffnen können.

Da die Zysten zu immer wiederkehrenden Entzündungen neigen und sich von selbst nicht wieder zurückbilden, sollten sie immer entfernt werden.

OP in Vollnarkose, Klinikaufenthalt ca. 4 Tage

Es gibt auf jeder Körperseite drei größere Speicheldrüsen, die operiert werden können. Dabei handelt es sich um die Ohrspeicheldrüsen, die Unterkieferspeicheldrüsen sowie die Unterzungenspeicheldrüsen.

Häufigster Grund für Operationen der großen Speicheldrüsen sind gutartige Tumore. Da diese Tumore die Tendenz haben, im Laufe der Zeit zu wachsen und in seltenen Fällen auch bösartig entarten zu können, sollten sie komplett entfernt werden. Hierzu wird die Unterkieferspeicheldrüse vollständig, die Ohrspeicheldrüse meist nur in Teilen entfernt. Aber auch die Bildung von Speichelsteinen oder regelmäßige Entzündungen der Speicheldrüsen können Gründe für Operationen darstellen.

Da durch die Ohrspeicheldrüse der gesamte Gesichtsnerv verläuft, wird diese Operationen mit großer Vorsicht unter dem Mikroskop durchgeführt. Der Hauptstamm des Gesichtsnerven wird unter dem Mikroskop aufgesucht und dann in die Peripherie verfolgt. Dadurch wird der oberflächige Teil der Ohrspeicheldrüse vorsichtig vom Nerv gelöst. Schließlich wird der Tumor mitsamt dem äußeren Teil der Drüse entnommen und die Wunde verschlossen.

Die Unterkieferspeicheldrüse wird bei entsprechender Notwendigkeit fast immer komplett entfernt. Bei beiden Eingriffen wird in der Regel eine Wunddrainage eingelegt, die Blut und Wundflüssigkeit ableiten.

Die stationären Eingriffe erfordern immer eine Vollnarkose, etwa 4 Tagen Klinikaufenthalt.

Im Bereich des Halses befinden sich ca. 400 Lymphknoten. Vergrößerungen dieser Lymphknoten treten meist infolge von Entzündungen oder Infekten, in selteneren Fällen jedoch auch als Folge bösartiger Erkrankungen auf. Falls Lymphknoten trotz medikamentöser Therapie über längere Zeit vergrößert bleiben und eine bösartige Ursache nicht sicher auszuschließen ist, wird eine diagnostische Lymphknotenentfernung notwendig.

Das entnommene Gewebe wird zur weiteren feingeweblichen Untersuchung zur pathologischen Diagnostik geschickt. Ein paar Tage später liegt im Rahmen der Wundkontrolle das Ergebnis vor und wird mit Ihnen besprochen.

Meist erfolgt der Eingriff ambulant mit lokaler Betäubung.

Lipome sind gutartige Fettgeschwülste, die meist erst bei ästhetischer Störung entfernt werden. Wichtig ist die vollständige Entfernung, da sonst Rezidivgefahr besteht.

Atherome (Grützbeutel) sind verstopfte Talgdrüsen, die als kleine Knötchen im Unterhautfettgewebe tastbar sind. Meist stören sie erst, wenn sie sich entzünden. Nur die vollständige Entfernung schafft Abhilfe, allerdings kann man im entzündeten Zustand nicht operieren.

Wenn sich in der Schilddrüse ungünstige Verhältnisse entwickeln, die sich medikamentös nicht mehr beherrschen lassen oder gar krebsverdächtige Untersuchungsbefunde erhoben wurden, muss operiert werden.
Moderne Operationsstrategien und Überwachbarkeit des Stimmbandnerven (ein sogenanntes Neuromonitoring) während der Operation verhindern in vielen Fällen einen postoperativen Stimmlippenstillstand.

Bei Chefarzt Dr. med. Stumpf am HELIOS Klinikum Aue besteht die Möglichkeit, die Schilddrüse narbenlos durch den Mund zu operieren. Er ist der einzige Operateur weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus, der diese OP-Methode beherrscht und seinen Patienten anbietet. Der Schnitt wird bei der transoralen Schilddrüsenchirurgie an der Innenseite der Unterlippe im Mund gesetzt und die Instrumente und eine kleine Kamera bis zur Schilddrüse vorgeschoben. Diese schonende Methode erfordert nur wenige Tage Krankenhausaufenthalt (2-5 Tage), am postoperativen Tag kann man schon wieder aufstehen. (www.wochenendspiegel.de/...)

OP im Bereich Mund, Rachen, Nasenrachen

Im Nasenrachen befindet sich die Nasenrachenmandel (Adenoide, im Volksmund Polypen genannt, sind eigentlich keine Polypen, sondern lymphatisches Gewebe, aus dem z.B. auch die Gaumenmandeln oder der Blinddarm besteht). Da das Immunsystem bei kleineren Kindern erst noch geprägt wird, ist das lymphatische Gewebe sehr aktiv und daher die Nasenrachenmandel oft relativ groß, aber der Nasenrachen selbst relativ klein.

Daher kommt es oft zur Nasenatmungsbehinderung mit offen stehendem Mund, Schnarchen, ständig laufender Nase, Mittelohrergüssen bis hin zur eitrigen Mittelohrentzündung. Wenn die Nasenrachenmandel den Eingang zur eustachischen Röhre blockiert, fehlt die Belüftung des Mittelohrs und die Schleimhaut produziert sterilen Schleim. Dann hören die Kinder schlechter, haben aber kaum Schmerzen. Wenn allerdings Bakterien ins Mittelohr kommen, entsteht die eitrige Mittelohrentzündung, die mit sehr starken Schmerzen verbunden ist. Bei über längere Zeit bestehenden Beschwerden dieser Art muss oft die Entfernung der Nasenrachenmandel empfohlen werden.

Dieser Eingriff erfolgt immer ambulant in Vollnarkose, d.h. man kommt morgens mit seinem Kind in die Klinik und kann am frühen Abend wieder nach Hause fahren.

Da oft Probleme im Mittelohrbereich im Vordergrund stehen, wird im gleichen Eingriff meist auch ein Schnitt ins Trommelfell gemacht (Parazentese) und bei Notwendigkeit ein Paukenröhrchen eingesetzt.

Bei Kindern kommt es häufiger, aus den gleichen Gründen wie bei der Nasenrachenmandel (Adenotomie) schon beschrieben, zur Vergrößerung auch der Gaumenmandeln. Dies kann zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme bis hin zu Schnarchen und sogar Atemaussetztern während des Schlafes führen.

Da man den Gaumenmandeln eine Bedeutung während der Immunprägung zuschreibt, möchte man die Mandeln nicht vollständig entfernen, aber die durch die Größe der Mandeln entstehenden Beschwerden beseitigen. Deshalb entfernt man unter Verwendung der Radiofrequenztherapie schonend und mit geringer Narbenbildung ca. 60 % des Mandelgewebes.

Als Tonsillektomie bezeichnet man die vollständige operative Entfernung der Gaumenmandel durch das Ausschälen aus ihrer Kapsel.

Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenringes. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Fremdstoffen der Umwelt ist das Mandelgewebe in der Kindheit als Teil der körpereigenen Abwehr häufig von Infektionen betroffen. Vor allem bei einer durch Bakterien bedingten Entzündung, der so genannten Angina (tonsillaris), kommt es dabei zu erheblichen Schluckbeschwerden verbunden mit Fieber und anderen Allgemeinsymptomen. Außerdem können durch die Bakteriengifte Folgeerkrankungen am Herzen, an den Gelenken oder an den Nieren auftreten. Eine weitere Komplikation der Mandelentzündung stellt der Mandelabszess dar. Treten drei oder mehr Episoden von akuten Mandelentzündungen pro Jahr auf oder wurde eine Folgeerkrankung diagnostiziert, sollte geprüft werden, ob die Gaumenmandeln entfernt werden sollten.

Die Operation selbst dauert im Durchschnitt etwa 30 Minuten. Dennoch darf die OP auf keinen Fall unterschätzt werden! Die Nachblutungsrate liegt bei 7 %. Außerdem ist die Wundheilung im Rachen schmerzhaft. Im Normalfall ist man nach der Mandelentfernung etwa 14 Tage krankgeschrieben. Größere körperliche Anstrengungen oder Sport sollten sogar drei Wochen nach der OP warten.

Tonsillektomie (Mandelentfernung) immer in Vollnarkose, Klinikaufenthalt ca. 6 Tage

Die großen Speicheldrüsen sind die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea) und die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). In den Ausführungsgängen dieser Drüsen (Wange und unter der Zunge) können sich Kristalle oder Steine bilden, die über die Zeit größer werden und den Abfluss des Speichels behindern können. Dies führt dann zu Schwellung der Drüsen und zu Schmerzen, vor allem beim Essen.

Wenn der Stein vom Mundraum aus zu erreichen ist, kann man bei lokaler Betäubung den Ausführungsgang selbst eröffnen und den Stein entfernen. Dieser Eingriff ist unsteril und kann daher ambulant durchgeführt werden. Wenn der Stein nah der Drüse selbst, also nicht im Ausführungsgang ist, kann man ihn nicht mehr vom Mundraum aus entfernen und muss daher im Zweifelsfall die ganze Drüse entfernen. Dazu mehr unter den Eingriffen am Hals.

Bei gutartigen Tumoren erfolgt die Entfernung meist bei lokaler Anästhesie und per Radiofrequenztherapie (dann ist meist keine Naht notwendig). Bei größeren Befunden oder ungünstiger Lage kann eine Vollnarkose notwendig sein. Bei wahrscheinlich bösartigen Tumoren wird erst eine Probe in lokaler Betäubung entnommen und zum Pathologen geschickt.

Kehlkopf-OP

Bei der Mikrolaryngoskopie wird mit dem Mikroskop der Kehlkopf eingesehen und krankhafte Prozesse können so exakt und unter Schonung des gesunden Gewebes mit speziellen Instrumenten entfernt werden. Wenn nötig kann ein CO2-Laser verwendet werden.

So können Stimmbandpolypen, Zysten, Stimmbandknötchen, Reinke-Ödem, Papillome und andere Prozesse im Bereich des Kehlkopfes, der Stimmbänder, des Zungengrundes und des Sinus piriformis entfernt werden. Bei Verdacht auf eine bösartige Erkrankung werden Proben genommen, um die Diagnose stellen zu können. Erst wenn der Pathologe die Diagnose bestätigt, kann das weitere Vorgehen besprochen werden.

Die Operation erfolgt immer mit Vollnarkose, Klinikaufenthalt ca. 3-4 Tage

Nasen-OP

Die Nasenscheidewand ist die Trennwand in der Nase, die die rechte Seite von der linken trennt.

Ursache für eine stärkere Behinderung der Nasenatmung kann unter anderem eine Schiefstellung der Nasenscheidewand sein. Diese kann durch ein Trauma wie z.B. einen Sturz auf die Nase oder aber auch ohne erkennbaren Grund durch asymmetrisches Wachstum verursacht sein. Zur Verbesserung der Nasenatmung lässt sich die Nasenscheidewand operativ korrigieren. Dieser operative Eingriff wird häufig in Kombination mit einer Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln durchgeführt.

Bei einer Operation der Nasenscheidewand werden schief in der Nase liegende Anteile des Knorpels und des Knochens der Nasenscheidewand gerichtet und mittig wieder aufgestellt.
Nach der Operation wird eine Tamponade in jedes Nasenloch eingelegt, die in der Regel am ersten Tag nach der Operation entfernt werden kann. Weiterhin werden Stützfolien an die Nasenscheidewand angepasst, die nach einer Woche entfernt werden können.

OP erfolgt in Vollnarkose, etwa 4 Tage Klinikaufenthalt

Verkleinerung bzw. Schrumpfung der Nasenschwellkörper (Nasenmuscheln, Concha inferior) bei chronischer Nasenatmungsbehinderung mittels Radiofrequenztherapie (Applikation durch Spezialnadeln ohne größere Verletzung der Schleimhaut, es werden die Blutgefäße im Schwellkörper verödet, dadurch schrumpft dieser und schwillt auch nicht mehr so stark an).

Nur in sehr extremen Fällen ist eine Verkleinerung der Schwellkörper durch Herausschneiden von ganzen Teilen des Schwellkörpers notwendig. In vielen Fällen ist die alleinige Radiofrequenztherapie der Schwellkörper ausreichend und eine Septumplastik kann vermieden werden. Dies muss im Einzelfall besprochen und entschieden werden.

OP ohne Septumplastik erfolgt ambulant bei lokaler Betäubung.

OP bei Schnarchen und Schlafapnoe (OSAS)

Wie unter Schnarchen (Rhonchopathie) erklärt, sollte primär immer eine Schlafuntersuchung erfolgen. Alle konservativen Möglichkeiten sollten ausgeschöpft und nicht ausreichend in der Wirkung oder intolerabel sein, der Leidensdruck sollte hoch sein und die anatomischen Verhältnisse müssen erfolgversprechend sein. Im Idealfall sollte im Vorfeld durch eine diagnostische Schlafendoskopie geklärt werden, ob der Gaumensegel/Mandelbereich auch sicher die hauptsächliche Schallquelle des Schnarchgeräusches und oder des Kollapses bei den Atemaussetzern ist. Nur durch die Schlafendoskopie kann eine eindeutige und präzise Indikation gestellt werden und die Erfolgsquote optimiert werden.
Es ist so, dass die Erfolgsquote auch nach optimaler Vorbereitung und Diagnostik nicht 100 % ist.

Wenn man sich für eine Operation entscheidet, sollte man ca. 2 Wochen Arbeitsunfähigkeit einplanen, die Risiken des Eingriffes sind die gleichen wie bei einer Mandelentfernung (Tonsillektomie).
Die OP erfolgt mit Mandelentfernung bei Vollnarkose, Klinikaufenthalt: 6 Tage.
Ohne Mandelentfernung ist eine ambulante OP bei lokaler Betäubung möglich.

Wie unter Schnarchen (Rhonchopathie) erläutert, handelt es sich bei diesem Eingriff um eine minimalinvasive Technik. Es wird mit jeweils speziellen Nadeln an drei verschiedenen Stellen Radiofrequenzenergie appliziert, um eine Schrumpfung und Versteifung des Gewebes zu erreichen. Die Nadeln sind dünner als z.B. eine Nadel mit der man Blut abnimmt. Man behandelt hiermit den Zungengrund, das Gaumensegel im muskulären Anteil und die Nasenschwellkörper.

Der Eingriff dauert nur etwa 15 Minuten, daher kann man diese OP ambulant bei lokaler Betäubung durchführen.
Wenn man die OP mit der oben erwähnten UPPP mit Mandelentfenung kombiniert, erfolgt die OP natürlich bei Vollnarkose und 6 Tagen Klinikaufenthalt.

Nasennebenhöhlen-OP

Häufigste Ursache einer chronischen bzw. chronisch rezidivierenden (immer wieder auftretenden) Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine anatomische Enge der natürlichen Zugänge zu den Nasenebenhöhlen. Die Schleimhaut in den Nebenhöhlen braucht Belüftung.

Ziel der Nasenenebenhöhlenchirurgie ist daher, die Optimierung der Anatomie bzw. die zurückhaltende, aber effiziente Erweiterung der natürlichen Belüftungswege der Nasenenebenhöhlen. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen hat man erkannt, dass die Flimmerhärchen (Zilien) auf der Schleimhaut essentiell für eine natürliche Selbstreinigung der Nebenhöhlen sind. Deshalb ist es kontraproduktiv, möglichst viel Schleimhaut zu entfernen, sondern im Gegenteil geboten, möglichst viel Schleimhaut zu erhalten. Daher spricht man von minimalinvasiver Technik.

Anhand der individuellen anatomischen Verhältnisse, welche in einer Computertomographie (CT) beurteilt werden können, wird entschieden, welche Bereiche (Kieferhöhle, Siebbein, Stirnhöhle, Keilbeinhöhle) operiert werden müssen. Bei Patienten mit Polypen in Nase und Nebenhöhlen muss bedacht werden, dass man zwar die Polypen operativ entfernen kann, die Veranlagung des Patienten zur Bildung der Polypen aber nicht beeinflussen kann. In solchen Fällen kann man nicht sicher beurteilen, ob und wann die Polypen wiederkommen werden.
Deshalb operiert man eher spät bzw. erst, wenn der Leidensdruck der Patienten hoch wird und konservative Methoden nicht mehr helfen.

OP immer mit Vollnarkose, ca. 4 Tage Klinikaufenthalt

Dies ist eine neue Methode, die besonders in der Stirnhöhlen-Chirurgie empfehlenswert ist. Wie oben erwähnt, kommt es ja auf den freien Zugang an. Die Stirnhöhle hat meist einen eher rundlichen Zugang. Deshalb neigt bei Verletzung der Schleimhaut dieses Zuganges die Narbe oft zu einer konzentrischen Schrumpfung und daher erneuten, diesmal narbigen Verengung.

Die Ballon-Sinuplastik ist die gleiche Technik wie bei Kathetertechniken der Blutgefäße. Es wird ein dünner Führungsdraht (Katheter) in die Stirnhöhle vorgeschoben. Entlang dieses Drahtes wird ein Ballon in den Zugangsbereich der Stirnhöhle geschoben und dann der Zugang durch Luftdruck aufgedehnt. Vorteil: Die Schleimhaut wird so gut wie nicht verletzt und dadurch narbige Verengungen nahezu ausgeschlossen. Nachteil: Selten verengt sich der Zugang trotzdem wieder und man muss den Eingriff wiederholen.

Die Ballon-Sinuplastik ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Im Bereich der Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen und der Siebbeine hat die Ballon-Sinuplastik meines Erachtens nach keinen Vorteil gegenüber der konventionell endoskopischen Technik.

Ohr-OP

Im Rahmen einer Operation wird ein kleiner Elektrodenträger in die Hörschnecke des Innenohrs eingesetzt. Dadurch werden die erkrankten Sinneszellen umgangen, so dass der Hörnerv direkt gereizt wird. Mit der Operation allein ist es aber nicht getan. Nach der Operation beginnt ein längerfristiger Prozess, in dem das Cochlea Implantat in kleinen Schritten an die individuellen Hörsituationen angepasst wird und der Patient lernen kann, damit zu hören.

Die ersten Entwicklungen fanden in den 1970er Jahren statt. Das erste CI in Deutschland wurde schon 1984 von Prof. Dr. Dr. Lehnhard (Medizinischen Hochschule Hannover) eingesetzt.

Dr. med. Woltersdorf arbeitete von 2006 bis 2009 an der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der Medizinischen Hochschule Hannover, die international bekannt ist für das weltweit größte Cochlea-Implantations-Programm zur Versorgung von schwerhörigen und gehörlosen Patienten.

In Sachsen kann das Sächsische Cochlear Implant Centrum – SCIC | www.uniklinikum-dresden.de/… in Dresden auf die größten Erfahrungen mit der Innenohrprothese verweisen. Wir arbeiten eng mit dem SCIC zusammen.

Rekonstruktion des Trommelfells und/oder der Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) bzw. Einlage einer Prothese zur Wiederherstellung des Hörvermögens. Bei Cholesteatom primär Entfernung der Knocheneiterung mit anschließender Rekonstruktion des Trommelfelles und hörverbessernden Maßnahmen (oft in einem zweiten Schritt).

Genauere Details zum individuellen Eingriff kann man nur nach der Untersuchung und am Modell in der Praxis anschaulich erklären.

OP meist in Vollnarkose, Klinikaufenthalt ca. 4 Tage

Bei Otosklerose: Entfernung des versteiften/verknöcherten Steigbügels und Wiederherstellung des Hörvermögens durch Einsatz einer Steigbügelprothese, welche am Amboss befestigt wird.

OP kann in lokaler Betäubung oder in Vollnarkose erfolgen, Klinikaufenthalt ca. 4 Tage

Entfernung von entzündetem Gewebe und Erweiterungsplastik des äußeren Gehörganges bei Gehörgangsexostosen oder anderweitig verengtem Gehörgang bis hin zum Gehörgangscholesteatom.

OP erfolgt in Vollnarkose, Klinikaufenthalt ca. 4 Tage

Die meisten aller Probleme im Mittelohrbereich entstehen primär durch eine sogenannte Belüftungsstörung. Die eustachische Röhre verbindet den Nasenrachen mit dem Mittelohr und ist meist verschlossen. Nur beim Schlucken, Kauen und Gähnen geht sie auf und es kommt Luft ans Mittelohr (das bemerkt man beim Höhenwechsel oder im Flugzeug, dagegen hilft Kaugummi kauen, Bonbons lutschen oder gähnen). Wenn die Mittelohrschleimhaut gar keinen Luftkontakt bekommt weil die eustachische Röhre nicht funktioniert, dann produziert sie einen sterilen Schleim. Man hört dann schlechter, es verursacht aber zunächst keine Schmerzen.

Bei Kindern ist die Ursache meist eine zu große Nasenrachenmandel (Rachenmandelhyperplasie, im Volksmund Polypen genannt). Bei Erwachsenen ist die häufigste Ursache eine Viruserkältung mit Schnupfen, bei der die Schwellung auf die eustachische Röhre übergreift. So eine Belüftungsstörung kann aber auch anatomische Gründe haben bzw. veranlagungsbedingt und dauerhaft sein. Wenn dann noch Bakterien dazu kommen, entsteht die eitrige Mittelohrentzündung, welche dann zu sehr starken Schmerzen führt. Diese Probleme entstehen nur dann, wenn das Mittelohr nicht genug Luftkontakt bekommt.

Die Parazentese mit Paukenröhrchen- oder Paukendrainageneinlage dient dazu, bei ungenügender Belüftung des Mittelohres über die eustachische Röhre die Luft über eine Öffnung im Trommelfell ins Mittelohr zu leiten. Das Paukenröhrchen wird nur dann verwendet, wenn eine Belüftung über einen längeren Zeitraum (meist 3-6 Monate) notwendig wird, da der Schnitt der Parazentese ohne Paukenröhrchen innerhalb weniger Tage wieder zuheilt und das Trommelfell dann wieder keine Luft durchlässt.

Ambulanter Eingriff, bei Kindern mit Vollnarkose, bei Erwachsenen mit lokaler Betäubung.

Chirurgische Entfernung von Haut-Tumoren im Bereich des Ohres mit plastischer Rekonstruktion der Haut und/oder Ohrmuschel.

Diese Operation wird meist ambulant mit lokaler Betäubung durchgeführt.

Rekonstruktion des Ohrläppchens nach „Flesh-Tunnelung“, Entzündungen, „gerissenem" Ohrläppchen und ähnlichen Verletzungen.

Diese Operationen können über die Krankenkasse abgerechnet werden, es entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten.

Diese Operation ist ambulant mit lokaler Betäubung möglich.