Halslymphknoten-Vergrößerung

Im Bereich des Halses befinden sich ca. 400 Lymphknoten. Die Lymphknoten spielen nicht nur bei der Erkennung von Infektionserkrankungen, sondern auch bei Tumorerkrankungen eine wichtige Rolle. Die Lymphknoten sind Teil des Abwehrsystems des menschlichen Körpers, in welchem sich die Lymphozyten befinden, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen. Bei vielen bösartigen Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich erfolgt die Ausbreitung primär über die Lymphknoten, weswegen diese oft ebenfalls von Metastasen betroffen sind. Das Vorhandensein von Metastasen in den Lymphdrüsen des Halses ist von großer prognostischer Bedeutung.

Als auf Kopf-Hals-Tumoren spezialisierte onkologische Schwerpunktpraxis ist es uns wichtig zu wissen, ob die Lymphdrüsen vom Tumor befallen sind oder nicht, da für jeden Tumor und in Abhängigkeit von der Ausbreitung des Tumors maßgeschneiderte Therapien zum Einsatz kommen. Im interdisziplinären Tumorboard wird entschieden, welche Therapie am vielversprechendsten ist: Chemotherapie, Bestrahlung und/oder Operation.

Als besonders effektiv erweisen sich z.B. Methoden aus der molekularen Bildgebung, welche biologische Prozesse in vivo im Körper darstellen können. Bei der PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie in Verbindung mit einer Computer-Tomographie) werden sogenannte Biomarker in den Körper injiziert, die in den Stoffwechsel eingebaut werden. Bei der Lymphknotendiagnostik kommt radioaktiv markierter Zucker (Fluoro-Deoxyglucose) zum Einsatz, der in tumorbefallenen Lymphknoten besonders stark eingelagert wird, da diese erhöhten Zuckerstoffwechsel aufweisen. 

Mit den nicht-invasiven Methoden der Bildgebung mittels Sonographie, CT oder MRT lassen sich in den allermeisten Fällen eindeutige Aussagen über den Zustand der Lymphknoten treffen. 

Falls Lymphknoten trotz medikamentöser Therapie über längere Zeit vergrößert bleiben und eine bösartige Ursache nicht sicher auszuschließen ist, wird eine diagnostische Lymphknotenentfernung notwendig. Das entnommene Gewebe wird dann zur weiteren feingeweblichen Untersuchung geschickt.