Stimmuntersuchung

Stimmuntersuchungen bei Lehrern und anderen stimmaktiven Berufen

Eine gute Stimme ist eine physiologisch gesunde Stimme, eine klare, von Nebengeräuschen und Klangverfärbungen freie, auch über längere Zeit ohne Ermüdung zu gebrauchende Sprech- aber auch Singstimme.

Wie können „Berufssprecher“ ihr Sprechverhalten verändern, damit ihre Stimme belastbar und gut verständlich wird, um dem Auditorium ein gutes Stimmvorbild zu geben? Gleichzeitig soll sich der Sprecher dabei wohlfühlen.

Bei vielen stimmaktiven Berufen erfolgte die Vorbereitung auf die stimmlich-sprecherischen Anforderungen nur unzureichend. Stimmerkrankungen sind vorprogrammiert.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Auseinandersetzung mit der Wirkung der Stimme auf das Zuhörverhalten. Wenn Stimme und Person im Einklang sind, hört man gern zu.

Sprechverhalten und Stimme sind im Zusammenhang mit den inneren Bedingungen und den äußeren Umständen zu betrachten, unter denen gesprochen wird.

Zu den äußeren Umständen gehören:

die Raumverhältnisse, die Zuhörerschaft, der Umgebungslärm, das Arbeitsklima, die fachliche und pädagogische Qualifikation bei Lehrern, das Unterrichtsfach, die Berufsjahre, Erschöpfung und Überbelastung, Krankheiten oder Gewohnheiten (Alkohol, Rauchen, Chorsingen), Lebenskonflikte und auch der Lebensrhythmus.

Zu den inneren Bedingungen zählen:

Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Grundstimmung, emotionales Verhalten, Konstitution, Lebensjahre, hormonelle Bedingungen sowie Bedingungen des Stimmapparates und des Gehörs.

Schwerpunkte der Stimmuntersuchung

In der Praxis Dr. Woltersdorf befasst sich ein interdisziplinäres Team mit Ihrer Stimme mit folgenden Schwerpunkten:

  • Haltung (Körperhaltung, Körperspannung): Sitzen, stehen, bewegen.
    Welche nonverbalen Signale werden ausgesendet?
  • Atmung: Ein optimales Verhältnis von Atemdruck und Stimmlippenentspannung ermöglicht eine gute Stimme.
  • Stimme: mittlerer Stimmsitz, Resonanz, Dynamik, Modulationsfähigkeit, Stimmlage
  • Artikulation
  • Kontakt: Zuwendung zum Zuhörer
  • Freies Sprechen: Textgestaltung, besonders der Einsatz von Pausen

Computergestützte Messverfahren

Um die Qualität und Leistungsfähigkeit der menschlichen Stimme objektiv und reproduzierbar beurteilen zu können, werden computergestützte Messverfahren zur Stimmdiagnostik eingesetzt:

  • Beim Stimmbelastungstest wird ein Text unter verschiedenen Lautstärkebelastungen der Stimme vorgelesen.
  • Die Schallpegelmessungen der Sing- und Sprechstimme erbringen relevante Informationen über den Lautstärke- und Tonhöhenumfang der Stimme.
  • Des Weiteren werden der Dysphonia Severity Index (DSI), die Tonhaltedauer, der Sängerformant und Jitter/Shimmer bestimmt. Mit dem DSI können verschiedene Heiserkeitsgrade signifikant voneinander getrennt werden. Er dient zur Beschreibung der Stimmqualität.