Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten ist eine ernstzunehmende, hochansteckende Infektionskrankheit, die noch immer unterschätzt wird. Sie betrifft alle Altersgruppen, wobei Säuglinge ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Das Bakterium heißt Bordetella (B.) pertussis und bildet eine Vielzahl von Toxinen und Virulenzfaktoren, wie z.B. Pertussis-Toxin (PT), filamentöses Hämagglutinin oder Trachea-Zytotoxin. Die Bakterien vermehren sich auf der Atemwegsschleimhaut und beeinträchtigen deren Integrität. Zusätzlich verringern einige der Toxine die Abwehrkräfte und verursachen Gewebeschäden.

Verlauf und Diagnostik

Bei Pertussis beträgt die Inkubationszeit 10 Tage. Betroffene sind bis zu drei Wochen nach Beginn ansteckend. Durch eine antibiotische Therapie kann die Ansteckungsdauer auf etwa sieben Tage verkürzt werden. Allerdings kann die Hustensymptomatik noch über mehrere Wochen bis Monate bestehen bleiben. 

In der Praxis Dr. med. Woltersdorf & Coll. ist die Wahl der labordiagnostischen Untersuchungen vom Krankheitsstadium abhängig.

In den ersten 3 Wochen nach Einsetzen der Hustensymptomatik erfolgt ein tiefer Nasopharyngealabstrich (PCR Test). Nach der 3. Woche ist eine Blutuntersuchung besser geeignet, da zu diesem Zeitpunkt erhöhte Konzentrationen spezifischer Antikörper nachweisbar sind. Immunglobulin-G-(IgG-)Antikörper gegen das Pertussis-Toxin sind mit Hilfe eines Immunoassays nachweisbar.

Therapie

Eine antibiotische Therapie bei Pertussis-Erkrankungen zeigt nur dann Erfolg, wenn sie möglichst früh eingesetzt wird. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien ließ sich die Wirksamkeit von z.B. Erythromycin, Azithromycin und Clarithromycin nachweisen.

Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist allerdings eine Impfung.