Krankhaftes Schwitzen (Hyperhidrose)

Vermeiden Sie Händeschütteln aus Angst vor schweißnassen Händen? Sind Sie durch ständiges Schwitzen in der Ausübung privater oder beruflicher Aktivitäten eingeschränkt? Vielleicht leiden Sie an einer Hyperhidrose.

Der Übergang vom starken zu krankhaften Schwitzen ist fließend. Etwa 2 % der Deutschen leiden darunter. Das vermehrte Schwitzen, die Hyperhidrose, stellt für die Betroffenen ein großes Problem dar, welches erhebliche Einschränkungen im sozialen Umfeld mit sich bringt.

Ursachen

Die Mehrzahl der Schweißdrüsen sind vom ekkrinen Typ und haben ihre höchste Dichte im Bereich der Achseln. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Thermoregulation. Die Thermoregulation ist wichtig, um eine gleich bleibende Körperkerntemperatur aufrecht zu erhalten. Apokrine Schweißdrüsen findet man vor allem in der Axilla. Diese Duftdrüsen sezernieren ein visköses Sekret. Sie sind für den unangenehmen Geruch verantwortlich.

Diagnostik

Hyperhidrose Minor-Test
Minor-Test

Jod-Stärke-Test nach Minor

Hierbei wird Jodlösung auf die Haut aufgetragen und anschließend Stärkepulver darüber gestreut. Sobald diese Substanzen in Kontakt mit Schweiß geraten, färben sie sich violett. Das Verteilungsmuster der Färbung erlaubt Rückschlüsse auf die fokale Schweißproduktion.

Zur Quantifizierung des Schwitzens unter den Achseln wird bei Patienten die Gravimetrie verwendet. Wenn die freigesetzte Schweißmenge über 60 mg/min beträgt, spricht man von einer axillären Hyperhidrose.

Therapieoptionen

Das Team um Dr. med. Woltersdorf bietet ein stufenweises Vorgehen in der Therapie der Hyperhidrose an. Mehrere konservative Maßnahmen kommen zum Einsatz wie z.B. der topische Gebrauch von Aluminiumsalzen oder die medikamentöse Behandlung mit anticholinergen Medikamenten (z.B. Menthantheliniumbromid).

Aufgrund von zu erwartenden Nebenwirkungen und Komplikationen sind wir operativen Verfahren, wie der endoskopischen Sympathektomie oder der axillären Kürettage, bei der die Schweißdrüsen entfernt werden, sehr zurückhaltend.

Behandlung mit Botulinumtoxin

In vielen Fällen ist die Injektion von Botulinumtoxin die wirkungsvollste nichtoperative Therapie der fokalen Hyperhidrose. Das Botulinumtoxin wird intradermal injiziert und inhibiert die Freisetzung von Acetylcholin aus den sudomotorischen Synapsen. Die Dauer der Wirksamkeit liegt zwischen 4 und 7 Monaten, bis es zu einer Neuaussprossung von sudomotorischen Nervenfasern kommt. 

Die Zulassung zur Behandlung der axillären Hyperhidrose liegt in Deutschland vor. Gesetzlich Krankenversicherte unterstützen wir gerne bei der Klärung der Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse.