Gesichtslähmung (Fazialisparese)

Die Fazialisparese ist eine meist einseitige, plötzlich auftretende inkomplette oder komplette Lähmung des Gesichtsnervs mit unterschiedlichen Ursachen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Fazialisparese liegen häufig im HNO-Bereich. Entzündungen im Mittelohr, bakterielle und Virusinfektionen, bösartige Tumoren des Mittelohres, des Gehörgangs oder der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) können mit einer Lähmung des Gesichtsnervs einhergehen. Auch Entzündungen durch Borreliose, Herpes-Infektionen, FSME, HIV, Hepatitis können Ursache einer Gesichtslähmung sein.

Formen

Je nach Lokalisation der Schädigung des Fazialisnervs (zentral oder peripher) kommt es zu einer Lähmung in verschiedenen Bereichen:

  • Die „zentrale Fazialisparese“ tritt häufig nach einem Schlaganfall auf. 
  • Beim peripheren Lähmungstyp ist die Stirnpartie der betroffenen Seite glatt und faltenarm, die Augenbraue hängt leicht, das Runzeln von Stirn und Nase ist gestört, das Heben der Mundwinkel und das Spitzen des Munds sind eingeschränkt. Manchmal kann zum Beispiel ein Mundwinkel schlaff an einer Seite herabhängen oder ein Auge nicht vollständig geöffnet werden. Die Tränensekretion am Auge und die Geschmacksempfindung eines großen Teils der Zunge können beeinträchtigt sein. Beim Versuch, das Auge zu schließen, weicht der Augapfel unter Umständen nach oben außen ab (sogenanntes Bellsches oder Bell-Phänomen). 

Prognose

Die Prognose einer Fazialisparese hängt entscheidend von ihrer Ursache und der Grunderkrankung ab. Die häufig auftretende Fazialisparese unbekannter Ursache hat eine sehr gute Prognose. Sie verschwindet oft innerhalb von drei Wochen bis sechs Monaten.