Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)

ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) oder ADHS sind zwei der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung bzw. Aufmerksamkeitsstörung – auch als Zappelphilipp-Syndrom bekannt – ist eine ernst zu nehmende folgenschwere Erkrankung.

„Unser Kind kann nicht ruhig sitzen, redet dazwischen und scheint oft nicht zuzuhören. Meist will es bestimmen, fügt sich in kein Spiel ein und geht mit anderen Kindern oft recht grob um. Eigentlich fällt es sehr häufig aus dem Rahmen.“ So oder ähnlich beschreiben verzweifelte Eltern ihr hyperaktives Kind. Bereits 1845 beschrieb der Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffmann erstmals Anzeichen einer ADHS in seinem weltbekannten Kinderbuch „Struwwelpeter“ (Bild: Die Geschichte vom Zappelphilipp . Struwwelpeter . Geschichten des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann, 1844).

Es handelt sich keineswegs um eine „Modekrankheit“ oder eine Auswirkung falscher Erziehung, sondern ADHS wird durch eine neurobiologische Funktionsstörung im Gehirn ausgelöst. Eine frühzeitige Abklärung, eine verständnisvolle gut informierte Umwelt und individuelle Therapiemaßnahmen sind entscheidend, um den ADHS-Kindern und ihren Eltern ein normales Leben zu ermöglichen. Eine Heilung ist jedoch nicht möglich.

Symptome

Bei Kindern mit ADS oder ADHS sind (nach DSM-IV) mindestens sechs der folgenden Symptome in einem unangemessenem Ausmaß vorhanden:

Unaufmerksamkeit

  • Das Kind beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler.
  • Es hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.
  • Es scheint häufig nicht zuzuhören, wenn es von anderen angesprochen wird.
  • Es führt Anweisungen unvollständig aus und kann Arbeiten nicht beenden.
  • Es hat Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren.
  • Es hat eine Abneigung gegen Aufgaben, die länger andauernde geistige Anstrengungen erfordern.
  • Es verliert häufig Gegenstände, die für Aufgaben oder Aktivitäten gebraucht werden.
  • Es lässt sich durch äußere Reize leicht ablenken.

und/oder Hyperaktivität

  • Es zappelt häufig mit Händen oder Füßen oder rutscht auf dem Stuhl herum.
  • Es steht in Situationen auf, in denen Sitzen erwartet wird.
  • Es hat häufig Schwierigkeiten, sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen.
  • Es redet häufig übermäßig viel.

Impulsivität

  • Es platzt häufig mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist.
  • Es kann nur schwer warten, bis es an der Reihe ist.
  • Es unterbricht und stört andere häufig.