Schwerhörigkeit

Hörverlust – die häufigste Behinderung

Schwerhörigkeiten sind die am häufigsten vorkommenden Behinderungen in Deutschland. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder 5. Bundesbürger kein normales Hörvermögen hat. Von den 20-jährigen leiden sogar schon knapp 1/3 unter einem Verlust der Hörfähigkeit von 25 dB (Dezibel). Die große Mehrheit der Betroffenen mit höhergradigen Hördefiziten sind jedoch die über 50jährigen, bei denen im Verlaufe des Lebens alle für das Hörorgan schädlichen Einflüsse wie etwa Lärm, Nikotin, häufige Infektionen, Alkohol und manche Medikament-Nebenwirkungen zu Hörminderungen geführt haben. Weitere Krankheiten wie Meningitis, Scharlach, Mumps, Diphtherie oder Otosklerose und Unfallfolgen können auch zu Hörverlusten führen.

Wann fällt eine Hörstörung auf?

Wenn trotz Lippenlesen und Erraten aus dem Kontext Gesprächsinhalte oder Zusammenhänge nicht mehr erfasst werden können. Einen leichten Hörschaden nicht zu beachten, weil man ja auch so noch gut zurecht kommt, kann allerdings einige Risiken bergen: So etwa im beruflichen Alltag, wenn wichtige Informationen nicht richtig verstanden werden; oder wenn im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz Gefahr signalisierende Geräusche nicht wahrgenommen werden. Wer seinen Hörschaden kompensieren möchte, hat mit der heutigen Technik sehr viel bessere Möglichkeiten dazu.

Wie funktioniert ein Hörtest?

Personen mit einer Beeinträchtigung des Gehörs nehmen das selbe Schallereignis in jeweils anderer Art und Weise und in abweichender Intensität wahr. Als diagnostische Verfahren stehen in der HNO-Praxis Dr. Woltersdorf sowohl subjektive als auch objektive Hörprüfverfahren zur Verfügung, die eine weitgehend sichere Beurteilung von Art und Grad einer Hörstörung ermöglichen. Meist liegen bei den verschiedenen Schallfrequenzen unterschiedlich starke ausgeprägte Hörverluste vor. Es wird bei mehreren Punkten des hörbaren Frequenzbereichs von ca. 125 – 10.000 Hz eine Messung der geringstmöglichen Hörschwelle vorgenommen. Die Verbindung der gemessenen Punkte auf dem Tabellenblatt ergibt die Hörverlustkurve. Manche Personen können nur noch tiefe Töne wahrnehmen, andere eher nur hohe Töne.

Dabei bedeuten im Hörverlust-Audiogramm:

  • 0 dB: kein Hörverlust bzw. Normalhörigkeit des durchschnittlichen gesunden Menschen
  • 20 dB: geringgradige Hörschädigung (der Schall muss technisch um 20 dB verstärkt werden, um als „normal laut“ wahrgenommen zu werden)
  • 50 dB: mittelgradige Hörschädigung (der Schall muss um 50 dB in der Lautstärke gesteigert werden, um als „normal laut“ wahrgenommen zu werden). Dies ist der häufigste Fall, in dem eine erfolgreiche Hörgeräteversorgung vorgenommen wird
  • über 70 dB: Hörverluste werden als hochgradige Schwerhörigkeit eingestuft
  • über 90 dB: „an Taubheit grenzend“

Welche Therapien gibt es bei Hörstörungen?

Es gibt viele Ursachen für Hörstörungen. Einige Schwerhörigkeiten haben mit den Gehörknöchelchen und dem Mittelohr zu tun und sind operabel, andere haben ihre Ursachen im Innenohr oder im Hirnnerv. Manche Patienten wiederum haben vollständig intakte Hörorgane, jedoch nach einer Krankheit oder auch von Geburt an einen „Defekt“ an der Nervenleitung oder Hörrinde im Gehirn.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Hörstörungen zu beheben. Dem Patienten ist dabei jedoch zwischen äußerer Hörhilfe, Operation oder Implantat eine freie Auswahl nur begrenzt möglich, weil diese Maßnahmen jeweils an bestimmte Arten der Hörschädigung gebunden sind.

Selbst Patienten, die zu wissen meinen, worauf ihr Hördefekt beruht, sollten sich bei Dr. Woltersdorf und seinem Audiologieteam vorstellen, denn oft kann zu dem ursprünglich bekannten Defekt ein weiterer unbemerkt hinzukommen, etwa als Otosklerose (krankhafte Verhärtungen am Innenohr).

Hörgeräteversorgung

Die beidseitige Hörgeräteversorgung ist die häufigste Maßnahme zur Behebung von Schwerhörigkeiten, während Implantate (CI) erst in vergleichsweise verschwindend geringem Umfang zum Einsatz kommen. Dabei arbeitet die HNO-Praxis Dr. Woltersdorf mit dem Sächsischen Cochlear Implant Zentrum (SCIC) in Dresden eng zusammen.

Ein Hörgerät kann direkt in unserer Praxis angepasst werden (Direktversorgung im Rahmen des verkürzten Versorgungsweges) oder bei einem Hörgeräteakustiker.