Riechstörungen

Faszination Riechen

Der Mensch kann bis zu 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden. Ein anziehendes Parfum, frisch gemähtes Gras oder gerösteter Kaffee – mit dem Geruchssinn nehmen wir die Welt auf sehr emotionale Art und Weise wahr. Düfte können Erinnerungen an besonders schöne Momente im Leben wecken.
Die Nase erschließt uns nicht nur die Welt der Düfte, sondern erfüllt viele weitere nützliche Funktionen: Sie wehrt Krankheitserreger ab, die mit der eingeatmeten Luft in die Atemwege strömen. Sie wärmt und befeuchtet die Luft und bereitet sie für den Gasaustausch in der Lunge vor.

Wie macht sich eine Riech- und Schmeckstörung bemerkbar?

Wenn die Empfindlichkeit der chemischen Sinne eingeschränkt ist, fehlt ein wichtiges Alarmsystem, dessen Bedeutung man oft erst dann erkennt, wenn es nicht mehr funktioniert. Der Geruchssinn macht auf giftige Dämpfe oder Brände aufmerksam. Ohne den Geruchssinn würden wir verdorbene Lebensmittel essen. Häufig zieht der Verlust von Riechen und Schmecken andere Störungen nach sich, wie z.B. Depressionen.

Ursachen für Störungen des Riech- oder Schmecksinnes?

Einige Patienten haben von Geburt an eine Riech- oder Schmeckstörung. Bei den meisten ist allerdings die Riech- und Schmeckstörung durch bestimmte Ereignisse verursacht. Eine der häufigsten Ursachen sind Virusinfekte (z.B. Grippe), gefolgt Nasenpolypen, bei Erkrankungen der Nasennebenhöhlen oder Schädelverletzungen. Störungen im Hormonhaushalt oder auch Zahnerkrankungen können ebenfalls Ursachen von Riech- und Schmeckstörungen sein. Riech- und Schmeckprobleme können auch durch Medikamente ausgelöst werden. Im Verlauf einer Strahlentherapie z.B. bei Tumoren im Kopf/Halsbereich werden derartige Störungen häufig beobachtet. Bei Störungen des Geruchssinns müssen auf alle Fälle andere Erkrankungen, wie z.B. Hochdruck, Zuckerkrankheit, Mangel- oder Fehlernährung, Morbus Parkinson oder Alzheimer ausgeschlossen werden.

Störungen des Riech- oder Schmecksinnes kann man heutzutage gut behandeln?

Nicht selten sind Nasenerkrankungen wie Allergien, Polypen oder Nasennebenhöhlenentzündungen für Riechstörungen verantwortlich. Aber auch Medikamente können für diese Beschwerden verantwortlich sein. Durch Weglassen, Anpassung oder Ersatz der Medikamente kann häufig eine Verbesserung bewirkt werden.

Diagnostik bei Störungen des Riech- und Schmecksinnes

Die Diagnostik beruht darauf, dass die Intensität einer Riech- oder Schmeckprobe beurteilt oder bestimmte Riech- oder Schmeckproben erkannt werden müssen. Dazu werden dem Patienten in der Praxis Dr. Woltersdorf eine Reihe von Substanzen zum Riechen und Schmecken angeboten. Bei der Schmeckprüfung werden verschiedene Konzentrationen von Schmeckstoffen in Form von Kautabletten oder in fester und flüssiger Form direkt auf die Zunge appliziert.
Wir arbeiten sehr eng mit der Abteilung Olfaktologie und Gustologie (Prof. Dr. T. Hummel) der Universitäts-HNO-Klinik in Dresden zusammen. Dort werden Hirnströme von Signalen aus Riech- oder Schmeckreizen abgeleitet. Dies ist ein sehr elegantes Verfahren, um Störungen objektiv erfassen zu können.

MDR-Mediathek: Dr. Woltersdorf in „Hauptsache gesund“, 11.10.2018

Video: „Wenn der Geruchssinn gestört ist“ (Rechte: Mitteldeutscher Rundfunk)