Musikermedizin

Heiserkeit, Schmerzen, Hörprobleme oder Angstzustände vor dem Konzert: Viele Musiker leiden unter diesen Symptomen, machen daraus aber meist ein Geheimnis. Dr. med. Woltersdorf und sein Team sehen darin ein gesellschaftliches Problem und verlangen mehr Offenheit und Akzeptanz.

Es gibt viele Analogien zwischen Sport- und Musikermedizin, aber einen großen Unterschied: Die eine heroisiert, die andere tabuisiert. Wenn der Teamarzt Dr. Müller-Wohlfahrt sich um die „Wade der Nation“ von Jerome Boateng kümmert, fiebert ein ganzes Volk mit. Ein erkrankter Opernsänger hingegen behält sein Leiden lieber für sich und will in der Arztpraxis eher unerkannt bleiben. Grund dafür sind der steigende Konkurrenzdruck und natürlich die stark wachsenden Ansprüche des Publikums. Die Gesellschaft ist fokussiert auf „Höher, Schneller, Weiter“. Aber damit kommt man in der Musik nicht voran. Beim Singen werden die Grenzen der menschlichen Physiologie ausgereizt. Opernsänger müssen beispielsweise in der Oper über Stunden ein Höchstmaß an Präzision beibehalten.

Bei einem Sänger kann schon eine sehr geringe gesundheitliche Störung zu einer sehr deutlichen Beeinträchtigung der Performance führen. Häufig stellen sich die Künstler mit akuten oder chronischen Schmerzen als Folge einer Überbelastung in unserer Musikersprechstunde vor.

Angst ist ein grundsätzlich positiver Schutzmechanismus. Übersteigerte Angst hingegen schadet dem Künstler. Es gibt eine Form von Anspannung, die für einige sogar leistungsfördernd wirkt. Wenn ein solches Optimum aber überschritten wird, kann das kippen und bis hin zum Blackout führen. Aber auch Lampenfieber ist mit gezieltem Training zu überwinden.
Musikererkrankungen sind durch viele individuelle Faktoren geprägt und gehen mit äußerst facettenreichen Beschwerdebildern einher. Zusätzliche Aspekte kommen beim Arbeitsplatz im Orchester zum Tragen. Hier kann beispielsweise die zum Teil hohe Lärmbelastung mittelfristig zu Hörschäden führen. Hörschäden bei Musikern können als Berufskrankheit anerkannt werden. Musiker sollten dringend einen individuell angepassten Hörschutz tragen.

Daher ist – wieder vergleichbar mit der Sportmedizin – eine spezifische Betreuung durch ein interdisziplinäres Expertenteam notwendig. Dr. med. Woltersdorf arbeitet eng mit Prof. Dr. med. habil. Dirk Mürbe und Prof. Dr. med. Friedemann Pabst zusammen, die gemeinsam das Studio für Stimmforschung  n der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden leiten | www.hfmdd.de/…

Die Praxis Dr. med. Woltersdorf in Chemnitz sieht sich als Beratungsstelle für professionelle Musiker und Amateurmusiker.

Wie wir Ihnen helfen können:

  • Spezialuntersuchungen für Sänger und Bläser: Spiegeluntersuchung im Kopf-Hals-Bereich, starre und flexibel-endoskopische Kehlkopfspiegelung und Stroboskopie mit Videodokumentation
  • Hörprüfungen
  • Weiterführende Diagnostik in Abhängigkeit vom Beschwerdebild
  • Komplementärmedizinische Angebote (Akupunktur, Naturheilverfahren)
  • Kontaktvermittlung zu Spezialisten im musikermedizinischen Expertennetzwerk