Mandelsteine (Tonsillolithe)

Tonsillolithe ist der Fachbegriff für Mandelsteine. Sie sind kleine Gebilde aus dem Rachenraum von weiß-gelblicher Farbe und kalkiger Konsistenz, die penetrant riechen können. Sie werden in den Krypten der Mandeln gebildet und bestehen aus abgestoßenen Zellen der Schleimhaut und Bakterien.

Gelangen Mandelsteine an die Oberfläche der Mandeln (Tonsille), werden sie geschluckt oder durch Niesen oder Husten nach außen befördert.

An den Kryptenöffnungen sichtbare Mandelsteine werden gelegentlich mit einer Mandelentzündung (Stippchen) verwechselt.

Behandlung

Mandelsteine können vom HNO-Arzt ausgedrückt oder absaugt werden. Bei der sogenannten Roeder-Methode setzt der Arzt ein Schröpfglas auf die Gaumenmandel und zieht die Mandelsteine durch den entstehenden Unterdruck heraus. Um die Mandelsteine allerdings dauerhaft loszuwerden, hilft nur eine Operation.

Um die Entfernung des Mandelgewebes für diese Indikation möglichst schmerz- und risikoarm durchzuführen, wird immer häufiger die sog. intrakapsuläre Tonsillektomie oder die Mandelteilentfernung durch Radiofrequenzstrom durchgeführt. Dabei wird ein Tonsillenrest stehen gelassen, der kryptenhaltige Großteil der Mandeln wird entfernt. Diese sanfte Methode kommt allerdings nur bei entzündungsfreien Mandeln infrage.

Unabhängig davon empfiehlt Dr. Woltersdorf die gelegentliche Entfernung größerer Ansammlungen mit einem Zungenspatel, desinfizierende Mundspülungen und konsequente Mundhygiene (Zungenschaber, professionelle Zahnreinigung).