Heuschnupfen-Selbstmedikation

Fließschnupfen, Augenjucken und Niesreiz spüren 13 Millionen Pollenallergiker in Deutschland. Viele von ihnen greifen eigenmächtig zu Medikamenten. Einige von ihnen haben mitunter gar keine Allergie. Andere wiederum wissen nicht, dass sie an einer Pollenallergie leiden. Viele Symptome ähneln denen einer Erkältung. Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) zufolge behandelt sich jeder 4. Patient gegen eine Erkältung, obwohl er in Wirklichkeit eine Allergie hat. Wenn die Beschwerden spätestens nach einer Woche nicht weg sind, sollte man aufmerksam werden.

Bei der Wahl des richtigen Medikamentes können Pollenallergiker vieles falsch machen. Nach Ansicht des „Ärzteverbandes deutscher Allergologen“ treten Nebenwirkungen viermal häufiger bei Patienten auf, die auf eigene Faust Allergie-Medikamente in der Apotheke kaufen, als bei denjenigen, die ihren Arzt konsultieren. Sowohl Unterdosierungen, die nichts bringen, als auch gefährliche Überdosierungen treten immer wieder auf. Bei falscher Behandlung erhöht sich das Risiko eines sogenannten „Etagenwechsels“.

Dr. med. Woltersdorf rät bei Beschwerden, die auf eine Allergie hindeuten, rechtzeitig zum Arzt zu gehen. Nur bei sicherer Diagnose kann man nach Rücksprache mit dem Arzt eine Selbstmedikation durchführen. Bei milden Beschwerden genügen meist lokal wirksame Präparate, wie z.B. Augentropfen und Nasensprays. Reicht diese Behandlung nicht aus, kommen systemische Medikamente zum Einsatz. Diese verteilen sich über die Blutbahn im gesamten Organismus (Tabletten, Säfte oder Tropfen). Antihistaminika sind für Schwangere und Kinder nur bedingt einsetzbar.

Was kann jeder Pollenallergiker für sich selbst tun?

Neben der Einnahme von Arzneimitteln sollte man verhindern, dass Pollen ins Schlafzimmer dringen. Fenster sollten geschlossen bleiben oder mit einem Pollenschutzgitter versehen werden. Wenn die Pollen am stärksten fliegen (in den Städten häufig erst abends, auf dem Land wiederum meist schon vormittags), sollte von körperlicher Belastung Abstand genommen werden. Die Pollenvorhersagen müssten beachten werden. Medikamente sollten genau nach Vorschrift eingenommen werden. Vor allen Dingen darf die Dosis nicht eigenmächtig erhöht werden. Rasenmähen oder Laubharken ist nichts für Allergiker! Sogar Putzen und Staub saugen kann problematisch werden. Hier sollten Allergiker einen Staubsauger mit Mikrofilter wählen und möglichst häufig feucht wischen. Nach Aufenthalt im Freien duschen, da sich Pollen leicht an Kleider und Haare heften. Weder Bettwäsche noch Kleidung sollte in der pollenreichen Zeit draußen getrocknet werden. Kleidung nicht in Schlafräumen ausziehen und die Kleidung gleich waschen. Für Autofahrer lohnt sich der Einbau eines Pollenfilters.

Immuntherapie

Die optimale Therapie ist nach wie vor eine lmmuntherapie. ln über der Hälfte der Fälle bekommt man damit die Allergie dauerhaft in den Griff. Antihistaminika können Allergie-Beschwerden nur vorübergehend lindern.

Das sollten Sie über systemische Antihistaminika wissen!

Es gibt mittlerweile 3 Generationen von Antihistaminika:
Wirkstoffe der ersten Generation (z.B. Dimetinden, Clemastin, Ketotifen) durchdringen die Blut-Hirn-Schranke und machen häufig müde. Aus diesem Grunde empfiehlt Dr. med. Woltersdorf eher Antihistaminika der zweiten Generation, wie z.B. Cetirizin oder Loratadin. Diese gelangen kaum ins zentrale Nervensystem. Reicht die Therapie nicht aus, wird ein Wechsel zu einem verschreibungspflichtigen Antihistaminikum der 3. Generation wie Levocetirizin, Ebastin, Rupafin, Desloratadin angestrebt. Die Tabletten müssen einmal täglich eingenommen werden.

Lokal wirksame Antihistaminika:

Augentropfen oder Nasensprays mit Wirkstoffen wie Levocabastin und Azelastin sind bei akuten Symptomen, wie Juckreiz oder tränenden Augen und Fließschnupfen sinnvoll. Antihistaminika hemmen H1-Rezeptoren an den Schleimhautzellen und verhindern so, dass der entzündungsfördernde Botenstoff Histamin dort angreift. Die Wirkung setzt schon nach ca. 20 Minuten ein. Bei verstopfter Nase können auch abschwellende Nasensprays wie z.B. Otriven zum Einsatz kommen. Da sie auf Dauer die Schleimhäute schädigen und zur Gewöhnung führen, sollten sie nicht länger als 14 Tage angewendet werden.

Präparate mit reinigender Wirkung:

Solelösungen (z.B. Nasenspülsalz) haben eine reinigende Wirkung auf die Schleimhäute und sind gut verträglich. Man spült am besten mit Hilfe einer Nasendusche Allergene und Schleim aus der Nase. Zusätzlich kann man noch Nasensprays mit Mikro-Partikeln (Liponasal) anwenden. Sie legen sich wie ein Schutzfilm auf die Nasenschleimhäute und unterstützen die Abwehrmechanismen der Nasenschleimhaut.

Pflanzliche Präparate:

Präparate mit ätherischen Ölen aus Eukalyptus oder Myrte eignen sich gut, um zähen und festsitzenden Schleim zu lösen und die Sekretbildung zu stabilisieren. Auf dem Markt gibt es neben Dragees, Tabletten und Kapseln auch Tropfen, Säfte, Sprays und Nasenöle.

Mastzellstabilisatoren:

Nasensprays und Augentropfen mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure werden häufig bei allergischen Symptomen angewendet. Sie hindern die Mastzellen daran, Histamin auszuschütten. Bis die volle Wirksamkeit eintritt, kann es mehrere Tage dauern. Schon vor Beginn der Pollensaison sollte man daher mit der Anwendung beginnen.

Akupunktur bei Heuschnupfen

Statt auf Medikamente setzt Dr. med. Woltersdorf zunehmend auf Akupunktur. Die Akupunktur ist eine effektive und sichere Therapie der allergischen Rhinitis. Es existieren klinische Studien, die der Akupunktur neben der schmerzstillenden Wirkung auch Effekte auf das Immunsystem bescheinigen. So erhöhen sich nach der Akupunktur bestimmte Botenstoffe (Interleukin 10) des Immunsystems und hemmen damit die unerwünschten Abwehrreaktionen, die durch Pollen ausgelöst werden. Laut Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGIA) wirkt Akupunktur regulativ auf die Organsysteme und wird zur prophylaktischen Therapie der saisonbedingten Rhinitis (Heuschnupfen) empfohlen. Bei Dr. med. Woltersdorf ist die Therapie über drei Jahre angelegt. Es finden jährlich 10 Sitzungen (Dauer 15 min) präsaisonal, also in den Wintermonaten statt.