Gestörter Geruchsinn nach Corona-Infektion

Rund 2/3 der Corona-Infizierten sind von Riechstörungen betroffen, oft auch bei milden Verläufen. Bei einer Corona-Infektion können die Viren in der Nasenschleimhaut Riechzellen zerstören. Da sich die Riechfunktion in der Regel innerhalb von Wochen erholt, geht die Forschung nicht von einer Nervenschädigung aus. Die Viren heften sich vielmehr an die Riechschleimhaut (Riechepithel) und schädigen diese. Selbst wenn die Sinneszellen bei diesem Vorgang absterben sollten, können sie sich mit Hilfe der Basalzellen, der Reservezellen, die für die Wiederherstellung abgestorbener Zellen der Riechschleimhaut sorgen, wieder regenerieren. Riechzellen haben grundsätzlich nur eine Lebenszeit von wenigen Wochen. Das Nachwachsen der Nervenweiterleitung braucht allerdings Zeit. Bei einigen Menschen kommt es jedoch zu einer längeren oder gar dauerhaften Störung des Geruchssinns.

Wie funktioniert unser Riechorgan?

Jeder Duft setzt sich aus unterschiedlichen Duftmolekülen zusammen. Jedes Duftmolekül muss seinen speziellen Rezeptor finden, damit sich ein sinnvoller Duft ergibt. Hat das Corona-Virus Sars-CoV-2 Riechzellen zerstört, finden einige Duftmoleküle keinen passenden Rezeptor mehr. So gelangt nur ein unvollständiger Dufteindruck ins Gehirn. Und das kann zu einer Riechverwirrung führen, sodass Betroffene zum Beispiel Kaffee-Duft nicht mehr richtig erkennen können.

Häufig kommt es bei Covid-19 zu Fehlgerüchen. Die Ursache dafür liegt aber nicht nur bei den von den Viren angegriffenen Riechzellen der Nasenschleimhaut sondern im Gehirn selbst: Studien haben gezeigt, dass die Viren über die Riechzellen und die weiterleitenden Nerven ins Gehirn vordringen, wo sie die neurologische Verarbeitung der Riechimpulse stören.

Riechtraining

Ein einfaches Riechtraining kann die Geruchswahrnehmung deutlich verbessern. Dabei riechen die Patienten regelmäßig an vier intensiven Duftstiften (zum Beispiel Rose, Eukalyptus, Zitrone, Nelke), die sie sich morgens und abends für ca. 15 Sekunden unter die Nase halten und versuchen, den Geruch wahrzunehmen. Wenn die Betroffenen bestimmte Duftstoffe nicht wahrnehmen, sollten sie dies geduldig immer weiter trainieren. Ziel dieser Behandlung ist es, neue Verschaltungen im Gehirn zu bilden, die im Alltag die Funktion der geschädigten Bahnen übernehmen.

Weitere Information: Anleitung zum Riechtraining 

Um andere mögliche Ursachen für eine Riechstörung auszuschließen, z.B. Polypen, Vernarbungen oder Entzündungen, ist die Endoskopie der Nase durch einen Facharzt unabdingbar.