Tipps für Lehrer und Vielsprecher

Wer täglich viel sprechen muss, verlangt seinem Stimmapparat Höchstleistungen ab. Deshalb ist es wichtig, sich an ein paar unterstützende, einfache, wirksame Maßnahmen zuhalten.
Mit Vermeidungsstrategien, täglichen einfachen Stimm-/, Atem- und Körperhaltungsübungen, welche Sie ganz unkompliziert in Ihren Alltag einbauen können, bis hin zur Unterrichts- bzw. Vortragsorganisation, können Sie Ihre Stimme unterstützen und gesund erhalten.

Was Sie vermeiden sollten:

Flüstern! Lieber mit ganz leiser Stimme sprechen!
Rauchen, aber auch verrauchte Räume
Sprechen bei starkem Umgebungslärm, bzw. laut Rufen/Schreien
Räuspern! Lieber einmal leicht husten!

Scharfe Hustenbonbons (z.B. Wick Blau, Fisherman’s Friend): Die ätherischen Öle greifen die Schleimhäute zusätzlich an. Besser sind Salbeibonbons, etc. oder IslaMoos-Pastillen/Ipalat, die man im Mund über einen längeren Zeitraum zergehen lassen kann.

Alkohol, scharf gewürzte Speisen, sehr heiße bzw. eisgekühlte Getränke

Sprechen bei körperlichen Anstrengungen (Sport) oder im Freien bei niedrigen Außentemperaturen und hierbei durch den Mund atmen, besser durch die Nase (ggf. mildes Nasenspray benutzen)

Zähne zusammenbeißen bzw. Zähneknirschen (Bruxismus): Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt bezüglich einer Kauschiene beraten, die erst mal Abhilfe schaffen kann!

Unterstützung und Pflege der Stimme durch tägliche Übungen, gute Körperhaltung, richtige Atmung und Achtsamkeit:
Machen Sie über den Tag verteilt immer wieder kleine Entspannungs- und Lockerungsübungen. Dazu gehören Gähnen, große Kaubewegungen und kleine Massagen des Kiefergelenks, aber auch Übungen für den gesamten Körper wie Dehnen, Strecken, Schultern kreisen lassen, Kopf nach rechts und links drehen.
Bauen Sie diese Übungen in Ihren Alltag ein – beim Kochen, Geschirr Spülen, im Auto beim Warten an der Ampel o. ä. – Besser! Üben Sie mehrmals über den ganzen Tag verteilt in kurzen Zeitintervallen, als einmal eine Stunde lang.

Oft liegt die Ursache für Stimmprobleme unter anderem in einer falschen Körperhaltung.
Holen Sie sich Tipps bei Physiotherapeuten und bei Vereinen/Kursen für Yoga/Autogenes Training/ Wirbelsäulengymnastik zur Verbesserung Ihrer Körperhaltung.

Achten Sie darauf, wie Sie atmen! Passen Sie ihre Atmung der Situation an: Beim Sport ist eine Hochatmung in Ordnung, wenn Sie sich unterhalten, können Sie aber durchaus ihre volle Atemkapazität nutzen und in den Bauch hinein atmen. Wie, das erfahren Sie z.B. beim Logopäden… 🙂

Gesang sollten Sie vermeiden, wenn Ihre Stimme schon stark angegriffen ist. Wenn es doch nicht anders geht oder Sie einen längeren Vortrag halten müssen, bereiten Sie ihre Stimme darauf vor, indem Sie die Brust locker abklopfen und summen und bauen Sie Pausen ein.

Erkältung
Achten Sie als Berufssprecher bei Infekten der oberen Luftwege besonders darauf, dass Sie Ihrer Stimme und sich selbst eine Auszeit gönnen. Eine Erkältung sollte nicht unterschätzt werden, denn Ihr Körper signalisiert Ihnen, dass er Ruhe benötigt. Konsultieren Sie bei stärkeren Beschwerden einen Arzt und weisen Sie ihn darauf hin, dass Sie einen Sprechberuf ausüben.

Warum?
Infekte der oberen Luftwege, die nicht auskuriert werden, führen im schlimmsten Fall zu einer Kehlkopfentzündung. Zudem können sich Stimmprobleme, die während einer Erkrankung auftreten, manifestieren und zu einer Stimmstörung führen.

Tipp:
Achten Sie darauf, dass Sie bei einer Erkältung sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Flüstern Sie nicht um Ihre Stimme zu schonen, sondern versuchen Sie so wenig wie möglich zu sprechen. Bei stärkeren stimmlichen Problemen bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause; Ihre Stimme wird es Ihnen danken

Unterrichts- und Vortragsorganisation können einer Stimmüberlastung entgegen wirken.
Reduzieren Sie den Umgebungslärm: Schließen Sie die Fenster, schalten Sie Radio/Fernseher aus, warten Sie bis ihre Zuhörer für Sie bereit sind
Organisieren Sie Situationen ggf. um: Als Lehrer lassen Sie Ihre Schüler mehr in Kleingruppen arbeiten und Referate vorbereiten; stimmen Sie den Stundeninhalt so ab, dass Sie nicht zum Schluss durch den Stoff hetzen müssen; und lassen Sie die
Medien für sich arbeiten (lieber einen Kurzfilm zum Thema ein Experiment oder ein
Rollenspiel als eine ausführliche Erklärung).
Vielleicht können Sie einen Raum mit einer besseren Akustik nutzen oder einen kleineren Raum nutzen. Ändern Sie, wenn nötig, die Sitzordnung!
Nutzen Sie Mimik und Gestik statt der Stimme, um Gesagtes zu unterstreichen!
Dies gilt natürlich auch für andere Berufsgruppen.

Entlasten Sie Ihre Stimme durch Sprechen in normaler Lautstärke mit guter Artikulation in der mittleren Sprechstimmlage und mit Pausen im Sinne von Atempausen für Ihre Stimme bzw. Denkpausen für das Auditorium. Sie erreichen damit gleichzeitig eine höhere Aufmerksamkeit der Schüler und Zuhörer und somit mehr Ruhe im Raum.
Wie Sie Ihre Stimme optimal einsetzen, erfahren Sie beim Logopäden.

Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich! Gut sind Husten- und Bronchialtees und Wasser. Haben Sie immer ein gefülltes Glas bereitstehen! Besser sind niedrige Gläser mit großer Öffnung, denn daraus trinkt man mehr als aus schmalen, hohen Gläsern. (Außerdem fallen diese nicht so leicht um!)
Nehmen Sie lieber mehrere kleine Schlucke als einen großen Schluck.