Schwerhörigkeit bei Kindern

Hörstörungen bei Kindern müssen frühzeitig behandelt werden, um die sogenannte Hörbahnreifung nicht zu gefährden und damit bei Neugeborenen den Spracherwerb zu gewährleisten.

Das Hörscreening bei der Geburt ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Viele Kinder entwickeln in ihren ersten Lebensjahren eine Hörstörung, die oft zu lange unentdeckt bleibt. Auch die Brabbelphase bei Kleinkindern ist keine Garantie auf ein funktionierendes Gehör, denn auch gehörlose Kinder beginnen im ersten Lebensjahr mit dem Brabbeln.

Beobachten Sie ihr Kinder in Hinsicht auf das Hörvermögen genau!

Hinweise auf eine Schwerhörigkeit sind:

Ihr Kind…

  • lässt sich nicht oder nur durch sehr laute Geräusche oder Ansprache vom Spiel ablenken
  • versucht nicht, die Schallquelle zu lokalisieren, dreht z.B. den Kopf nicht zum Sprecher
  • fragt oft nach
  • stellt den Lautstärkeregler stets sehr hoch ein
  • erschrickt nicht bei lauten und plötzlich einsetzenden Geräuschen
  • berührt oder zieht oft an einem oder beiden Ohren – dies kann auf eine Mittelohrentzündung hinweisen
  • das Brabbeln verändert sich im ersten Lebensjahr nicht oder nur wenig und das Kind versucht, durch schrille Schreisignale auf sich aufmerksam zu machen
  • reagiert nicht angemessen auf Geräusche oder Sprache und erkennt den eigenen Namen auch im Alter von einem Jahr nicht
  • das Brabbeln entwickelt sich im zweiten Lebensjahr nicht zu erkennbaren Sprachlauten und damit auch nicht zu Worten
  • reagiert im Alter von etwa einem Jahr nicht angemessen auf einfache sprachliche Aufforderungen, wenn diese nicht durch den Situationszusammenhang vorauszusehen oder durch Gesten unterstützt werden
  • zieht sich aus sozialen Kontakten gern zurück oder reagiert zunehmend aggressiv
  • fällt in Gruppen durch „unruhiges“ Verhalten auf – dem Versuch, die Information über das Sehen zu erschließen