Sprachentwicklungsverzögerung

Normale kindliche Sprachentwicklung

Die normale Sprachentwicklung verläuft über viele Jahre. Es lassen sich aber markante „Eckdaten“ oder „Meilensteine“ in dieser Entwicklung nachweisen. So stellt z.B. bereits das erste Schreien eines Säuglings nach der Geburt den Beginn der Sprachentwicklung dar!

Weitere wichtige Eckdaten sind:

  • Kinder können ab dem 6. Monat Laute verdoppeln (absichtliche Lautnachahmung)
  • mit ca 1 Jahr werden erste Worte gebildet („ma-ma“, „pa-pa“)
  • mit 1,5 – 2 Jahren beginnen Zweiwortäußerungen („Mama da“)
  • ab 2,5 – 4 Jahre Erweiterung des Wortschatzes, Bildung von Konsonanten und ihrer Verbindungen. Anfänglich werden Laute gebildet, die für das Kind einfach sind, weil es sie mit den Augen absehen kann z.B. p, b, m, l und die Vokale a, e, i, o, u
  • Die normale Sprachentwicklung sollte mit etwa 4 – 5 Jahren abgeschlossen sein. Das bedeutet, daß ein Kind in der Lage ist, (fast) alle Laute richtig auszusprechen, Sätze mit einfacher Grammatik bilden kann und einen kindgemäßen Wortschatz besitzt.

Sprachentwicklungs-Verzögerung

Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man, wenn der zeitliche Ablauf der normalen Sprachentwicklung verzögert eintritt. In Rahmen einer solchen Entwicklungsverzögerung kann es auch zu

  • Auffälligkeiten in der Aussprache (Stammeln, Dyslalie)
  • im richtigen Erwerb und Gebrauch von grammatikalischen Regeln (Dysgrammatismus)
  • und in einem eingeschränkten Bedeutungswissen (Störung der Semantik) kommen

Stellt sich die Sprachentwicklung nicht bis zu 1,5 Jahren in Form von einfachen Worten ein, ist eine Vorstellung beim Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie dringend zu empfehlen.
Er kann bereits in diesem Alter eine für die Entwicklung bedeutsame Hörstörung feststellen oder ausschließen.