Kehlkopflose

Leben mit der Diagnose Kehlkopfkrebs

Es ist ein großer Schock für die Betroffenen, wenn die Diagnose Kehlkopfkrebs gestellt wird.
Bei der Diagnose Kehlkopfkrebs arbeiten wir in einem interdisziplinären Team, bestehend aus einer Palliativschwester, Frau Gotho Tallig, Dipl.- Sprechwissenschaftlerin, klinische Sprechwissenschaftlerin und Fachtherapeutin für Kehlkopflose, dem Vorsitzenden des Landesverbandes für Kehlkopflose Sachsen e.V., Herrn Mädler und führenden Hilfsmittelherstellern wie z.B. der Firma Fahl professionell zusammen.

Kehlkopfkrebs, was ist das?

Der Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung im Kehlkopf. Der Kehlkopf hat die Funktion, die Luft- und Speisewege zu trennen und die Stimme zu produzieren.
Rauchen und Alkohol stellen das größte Risiko dar. Eine gewisse erbliche Disposition spielt allerdings auch eine Rolle. Nicht jeder, der raucht, muss an Kehlkopfkrebs erkranken.

Wie bemerkt man Kehlkopfkrebs?

Länger als vier Wochen andauernde Heiserkeit oder Stimmveränderungen, aber auch Reizhusten, blutiger Auswurf, Atemnot, Schluckbeschwerden, ausstrahlende Schmerzen ins Ohr, Räusperzwang oder ein Fremdkörpergefühl sind häufig erste Anzeichen auf einen Tumor. Zur Abklärung sollten sie einen HNO- Arzt bzw. einen Phoniater (den Kehlkopfspezialisten) aufsuchen.

Wie erfolgt die Diagnose bei Dr. med. Woltersdorf?

Mit speziellen flexiblen und starren Endoskopen wird der Kehlkopf untersucht. Dabei lassen sich alle Kehlkopfanteile und insbesondere die Stimmbänder und deren Beweglichkeit beurteilen. Dr. med. Woltersdorf zeichnet die Untersuchung auf Video auf.
Zusätzlich wird eine Ultraschalluntersuchung des Halses mit dem hochauflösenden Sonographiegerät Famio XG von Toshiba durchgeführt.
Parallel dazu erfolgt durch unsere Partner der Abteilung für Diagnostische Radiologie des DRK Krankenhauses Chemnitz-Rabenstein eine Computer-Tomographie zur Beurteilung der Ausdehnung des Tumors.
Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, wird in der Regel in der HNO-Abteilung des Klinikums Chemnitz unter Narkose eine genauere Untersuchung des Kehlkopfs durchgeführt (Mikrolaryngoskopie). Dabei wird eine Gewebeprobe zur weiteren Untersuchung entnommen.

Wie kann man Kehlkopfkrebs behandeln?

Je nach der Stadium, Art und Ort des Tumors behandelt man mit einer Operation, mit Chemotherapie, mit Bestrahlung oder mit einer Kombination aus den genannten Behandlungsmethoden. Die Praxis Dr. med. Woltersdorf arbeitet mit der Radioonkologie am Klinikum Chemnitz gGmbH unter der Leitung von Dr. med. Baaske, dem Leiter des Tumorzentrums Chemnitz und stellvertretenden Vorsitzenden der Sächsischen Krebsgesellschaft zusammen.
Häufig ist nur ein Teil des Kehlkopfes vom Tumor befallen und der Tumor kann über den Mund oder durch einen Schnitt am Hals von außen entfernt werden.
Danach bestehen meist bleibende Stimmbeeinträchtigungen.
Im fortgeschrittenen Stadien ist es erforderlich, den Kehlkopf komplett zu entfernen.
Nach einer Kehlkopfentfernung ist die normale Atmung über den Mund nicht mehr möglich. Eine künstlich angelegte Öffnung im Hals (Kehlkopfschnitt) wird daher notwendig. Nach Kehlkopfentfernung ist kein normales Sprechen mehr möglich.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Ersatzstimme zu erlernen. Die in unserer Praxis tätigen Logopäden informieren sie über diese Möglichkeiten.
Auch wenn diese Ersatzstimme anders klingt, ist ein normales Leben dennoch möglich.

Wie kann man Kehlkopfkrebs vorbeugen?

Übermäßiger Alkoholgenuss und Nikotin sollten vermieden werden. Wenn Sie dennoch nicht auf das Rauchen verzichten wollen, sollte 1x jährlich eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden.
Hierfür gibt es eine spezielle Vorsorgesprechstunde freitagnachmittags zwischen 14.00h und 16.00h Uhr.
Weisen Sie bei der Terminvergabe bitte direkt auf den Wunsch dieser speziellen Leistung hin!

Wie ist die Prognose?

Je eher der Krebs diagnostiziert wird, desto größer ist die Aussicht auf Heilung. Die Prognose hängt vom Stadium des Tumors ab. So hat das Stimmlippenkarzinom die besten Heilungschancen, da es durch frühe Heiserkeit auffällt und relativ spät Metastasen (Tochtergeschwülste) setzt. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt der etwaige Befall von Lymphknoten.
Wir bieten unseren Patienten eine Tumornachsorge routinemäßig alle 3 Monate bzw. nach Bedarf an.

Leben ohne Kehlkopf

Auch nach einer erfolgreich verlaufenen Kehlkopfoperation bleibt der Patient in einer schwierigen Situation. Gerade der Verlust der gewohnten Stimme wiegt bei dieser Erkrankung besonders schwer.

Trachealkanülen

Trachealkanülen, die in das Tracheostoma eingesetzt werden, halten die Öffnung offen und dienen dazu, Sekret abzuleiten. Es gibt eine breite Palette von Trachealkanülen. Wir helfen Ihnen, die geeignete Kanüle und das geeignete Kanülen-Reinigungsset zu finden!

Stimmprothese

Um bei Patienten nach Kehlkopfentfernung eine schnelle stimmliche Rehabilitation durch eine Ersatzstimme zu erzielen, wird häufig eine Stimmprothese eingesetzt. Diese Stimmprothesen werden von Dr. med. Woltersdorf von Zeit zu Zeit gewechselt.
Es gibt Tracheostoma-Schutzartikel, wie z. B. „künstliche Nasen“ die das Eindringen von Schmutz, Staub und anderen Fremdkörpern verhindern. Beim Duschen ist darauf zu achten, dass kein Wasser in die Öffnung am Hals eindringt. Auch hierfür gibt es spezielle Hilfsmittel, wie einen Duschschutz.

Schluckstörungen und Ernährung

Die Ursachen von Schluckstörungen nach Kehlkopfoperation sind unterschiedlichster Natur. Mit Hilfe der flexibel endoskopischen Schluckdiagnostik lässt sich in der Regel die genaue Ursache klären und eine entsprechende Therapie einleiten. Bei persistierender Gefahr der Aspiration besteht die Indikation zur PEG-Anlage.
Eine Umstellung der Ernährung ist notwendig. Trotz der Kehlkopfoperation sollte weiter Sport getrieben werden. Dies fördert das Wohlbefinden und den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit.

Pilzinfektionen

Auf Grund von Schleimhautschädigungen nach einer Radio-Chemotherapie treten gelegentlich Pilzinfektionen auf, die zu Schmerzen beim Schlucken führen. Die Behandlung erfolgt mit einem Antimykotikum.

Schmerzen

Man unterscheidet zwischen Schmerzen, die nach operativer Therapie auftreten und tumor- und therapieunabhängigen Schmerzen. Bei der Schmerztherapie findet das WHO-Stufenschema Anwendung.
Die Zusammenarbeit mit dem Schmerz- und Palliativzentrum des DRK Krankenhauses Chemnitz-Rabenstein garantiert eine nahtlose Weiterbetreuung der Patienten ohne Verlust von Informationen und die Vermeidung von Doppeluntersuchungen.